Spende ermöglicht Rekonstruktionsarbeiten im Mariannenpark

Der besonders im Leipziger Nordosten beliebte Mariannenpark kann dank einer gemeinsamen Spende der Abfall-Logistik Leipzig GmbH und der Abfallverwertung Leipzig GmbH über 30.000 Euro rekonstruiert und weiter bewirtschaftet werden. Heute bedankten sich Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal, das Amt für Stadtgrün und Gewässer und der Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig vor Ort.

»Unsere Grünanlagen machen Leipzig lebenswerter. Sie dienen der Erholung sowie der Freizeitgestaltung und unterstützen gleichzeitig die biologische Vielfalt in der Stadt«, hob Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal hervor. »Umso mehr freue ich mich, dass mit Hilfe der zusätzlichen finanziellen Mittel ein Teilbereich des Staudengartens im Mariannenpark entsprechend der denkmalpflegerischen Zielstellung von 2017 wiederhergestellt werden kann.«

Mit der Spende möchten die Abfall-Logistik Leipzig und die Abfallverwertung Leipzig GmbH einen Beitrag für Leipzigs urbanes Grün leisten. Jürgen Naujok, Geschäftsführer der Abfall-Logistik Leipzig und der Abfallverwertung Leipzig GmbH: »Leipzigs Grünanlagen sind ein Aushängeschild. Damit die Stadt weiterhin so grün bleibt, unterstützen wir gern mit der Spende für den Mariannenpark.«

Für die Pflege der städtischen Grünanlagen ist im Auftrag des Amtes für Stadtgrün und Gewässer der Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig verantwortlich. »Die finanziellen Mittel werden für die Wiederherstellung der einst vorhandenen historischen Rundbeete im Staudengarten des Mariannenparks verwendet«, erläuterte Thomas Kretzschmar, Erster Betriebsleiter des Eigenbetriebs Stadtreinigung Leipzig. »Unsere Auszubildenden pflanzen in die kreisförmigen Beete immergrüne Blattschmuckstauden und Hortensien.« Zudem wird eine Bewässerungsanlage errichtet und es erfolgen Sanierungsarbeiten an den Einfassungskanten und den Bänken im Staudengarten.

Die Beete im Staudengarten wurden erstmals in den 1920er Jahren nach der Grundkonzeption Leberecht Migges und den Plänen von Stadtgartendirektor Nicolaus Hermann Molzen angelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Staudenbeete entfernt und 1978 eine Minigolfanlage eingebaut. Diese wurde vier Jahre später wieder beseitigt und ein Volkssportzentrum eingerichtet. »1993 und 1994 erfolgte der Rückbau aller baulichen Veränderungen und die Rekonstruktion des Staudengartens«, ergänzte Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer. »Die gesamte Anlage des Mariannenparks ist abgesehen von einigen Veränderungen nach dem zweiten Weltkrieg als seltenes und bedeutendes Beispiel eines Volksparks im architektonischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart erhalten geblieben.«

Historie des Mariannenparks

Möglich wurde die Anlage des Mariannenparks durch die Großzügigkeit der letzten Besitzerin des Ritterguts Schönefeld, Clara Hedwig Baronesse von Eberstein auf und zu Schönefeld (1816–1900). Der 22-Hektar große Park wurde als Erholungsort für »alle Volksschichten" auf Grundlage der Entwürfe des Hamburger Gartenarchitekten Leberecht Migge (1881–1935) angelegt. Charakteristisch für die neue architektonische Gestaltungsweise waren klar voneinander abgegrenzte, regelmäßig angelegte Parkräume mit unterschiedlichen Funktionen, die durch gerade und breite Wege sowie Pflanzungen voneinander getrennt wurden. Bauliche Elemente wurden dabei mit unterschiedlichen Pflanzthemen kombiniert.

Bereits 1914 war die nördliche Parkhälfte mit Rodelberg und »Tummelwiese« weitgehend fertig gestellt. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kamen die Arbeiten jedoch weitgehend zum Erliegen. Erst in den 1920er Jahren konnte die Umsetzung der südlichen Parkhälfte erfolgen. Durch die Eingemeindung von Schönefeld nach Leipzig 1915 gelangte der Mariannenpark in die Hoheit der Leipziger Stadtgartendirektion und der mit Leberecht Migge geschlossene Vertrag wurde aufgelöst. Wegen des großen Nutzungsdruckes auf den bereits hergestellten Parkteil überarbeitete der seit 1920 amtierende Stadtgartendirektor Nicolaus Hermann Molzen (1881–1954) die Pläne Leberecht Migges für den südlichen Parkteil. Er übernahm die Grundkonzeption Migges, füllte die einzelnen Parkräume aber mit anderen Funktionen.

Nach 15-jähriger Bauzeit war die zunächst als »Volkspark Schönefeld« bezeichnete Gartenanlage im April 1928 schließlich fertiggestellt. Im Gedenken an Marianne Wilhelmine Rosine Freifrau von Eberstein (1792–1849), der Mutter von Baronesse von Eberstein, erhielt der Volkspark Leipzig-Schönefeld 1931 den Namen »Mariannenpark«.

Da es in Deutschland kaum noch vergleichbare, relativ unverfälschte Volksparks dieser Größenordnung gibt, wurde der Mariannenpark 1991 als Gartendenkmal in die Kulturdenkmalliste des Landes Sachsen aufgenommen. Dabei wurde auch der im Norden angrenzende Schlosspark Schönefeld mit Schloss sowie die Kirche und das Grab der Familie von Eberstein einbezogen.

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Veröffentlicht am Mi, 01. Dezember 2021.

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