Unser Test: »Kompostierbare« Kaffeekapseln lösen sich nicht auf

Sind die »kompostierbaren« Kaffeekapseln denn wirklich kompostierbar? Wir haben den Test gemacht.

Vor zwei Jahren haben wir zwei Kapseln in einem Eimer mit Komposterde vergraben – eine normale Plastikkapsel (schwarz) und eine als kompostierbar deklarierte (rosa). Hinzugegeben haben wir ein paar organische Küchenabfälle und etwas vom heimischen Kompost. Dann haben wir den Eimer verschlossen und den Inhalt regelmäßig befeuchtet.

Das Ergebnis nach zwei Jahren ist auf den Fotos zu sehen. Beide Kapseln sind in ihrer Form noch erhalten. Die »kompostierbare« ist zwar poröser als die andere und ließ sich mit den Fingern zerkleinern – von einer Zersetzung kann man hier aber nicht sprechen. Was allerdings tatsächlich verschwunden war, ist der Deckel der »kompostierbaren« Kapsel.

Werft also bitte keine Kaffeekapseln in den Bioabfall. Sie gehören in den Restabfall, auch wenn »kompostierbar« draufsteht. Aus Bioabfällen soll neben Biogas auch Kompost entstehen. Wenn dieser allerdings mit Plastik verunreinigt ist und als Dünger auf die Felder gelangt, kann das die Natur und den Menschen gefährden.

Novelle der Bioabfallverordnung

Weniger Plastik im Bioabfall fordert auch die neue Bioabfallverordnung, die am 22. September 2021 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. So dürfen Bioabfälle künftig nur noch maximal 0,5 Prozent Kunststoffe enthalten, bevor sie in die Kompostierung oder Vergärung gelangen. Dieser Wert gilt auch für Verpackungen und Kaffeekapseln, die als biologisch abbaubare Kunststoffprodukte beworben werden.

Kaffeekapseln nach
zwei Jahren Kompostierung
Porös, aber nicht verschwunden

Veröffentlicht am Mo, 11. Oktober 2021.

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